








Meine Heizkörper wurden schon seit rund 10 Jahren mit ELV-Funkthermostaten und Wandthermometern betrieben. Die Installation hatte sich bewährt und zu einer deutlich optimierten Heizungsnutzung beigetragen. Allerdings hatten auch die Jahre an der Elektronik genagt, inzwischen prellten alle Schalter und Einstellräder, was die Anpassung der Programmierung zu einem lästigen Verfahren machte. Außerdem war von Anfang an schwierig, die Geräte, deren Batterien aufgebraucht waren, zu identifizieren, da sie sich alle mit dem gleichen Warnton meldeten, und das nur in größeren Intervallen. Die Such war lästig.
Inzwischen ist die Entwicklung deutlich fortgeschritten, heute setzt man dafür Systeme ein, die in eine Hausautomation integriert werden und die dann über PC, Smartphone oder Tablet programmiert und gesteuert werden können. So eine Lösung musste also her. Nun ist es so, dass es auf dem Markt eine ganze Reihe von Lösungen gibt, die alle Besonderheiten bieten, auch solche, die mir nicht gefallen.
Meine persönlichen Kriterien für die Auswahl waren:
- Offen, um eine große Bandbreite von Geräten integrieren zu können
- Ohne externe Cloud
- Ohne sonstige verpflichtende Einbindung von Internetdiensten
- Eine Bedienung über das Desktop ist zwingend erforderlich.
Die Einschränkungen werden nur durch offene Hausautomationen abgedeckt. Für einen ersten Test von Funktionen und Protokollen habe ich dann aber ergebnisoffen geprüft, schon, um Erfahrungen zu sammeln und mich nicht zu früh festzulegen. Dabei kam mir ein Sonderanbot von Payback zu Hilfe, das zwei Heizkörperthermostate sowie einen Zugangspunkt von Homematic anbot und ich dafür ausreichend Punkte gesammelt hatte. Der erste Test, was diese Systeme heute leisten, war also kostenlos.
Diese Installation verletzte natürlich alle vier meiner Auswahlkriterien und war daher nicht für einen Dauerbetrieb geeignet. Aber sie half, mir über die folgenden Schritte Klarheit zu bekommen: Die Bedienung, Programmierung und Überwachung bot genau das, was ich mir erhoffte hatte.
Damit konnte es weiter gehen. Der nächste Schritt war die Auswahl der passenden Basissoftware, nach einigen Recherchen und reichlich mit Youtube-Videos zum Thema verbrachte Zeit wurde es schließlich HomeAssist. Aufgesetzt habe ich das System auf einem ASUS PN41 MiniPC mit 16GB und zwei 512GB SSD unter Proxmox. Damit habe ich dann auch gleich zwei weitere Tests aus meiner Liste abgeschlossen: Erstens zum ersten Mal Proxmox als Virtualiserungsplatform aufgesetzt und zum zweiten getestet, wie das alles mit minimaler Hardware funktioniert. Mein Fazit nach einigen Betriebsmonaten: es läuft sehr gut, die Hardware ist vollkommen ausreichend und Proxmox auf ihr extrem stabil.

Schritt Nummer 1 war nun, die vorhandenen Homematic-Thermostate in diese Umgebung zu integrieren und die Verbindung zum Homematic-Server beim Hersteller zu kappen. Dazu habe ich in einer weiteren Proxmox-Instanz unter Debian 12 DebMatic installiert, eine Implementierung des Homematic-Homeservers. Die Verbindung zu den Thermostaten wird über einen ELV HmIP-RFUSB-Dongle aufgebaut. Er kommt als Bausatz, erfordert aber nur ein klein wenig Lötarbeit. Über Proxmox wird der USB-Port. an dem der Dongle angeschlossen ist, exklusiv an DebMatic weitergereicht. Die Bedienoberfläche entspricht der der Homematic-Hardwarelösung. Sie ist im Erscheinungsbild etwas altmodisch, in der Bedienung etwas sperrig, aber man Ende kann man die Geräte genau so programmieren, wie man sie gerne hätte. Die Grundprogrammierung muss hier vorgenommen werden. HomeAssist arbeitet zwar sehr gut mit der DebMatic-Lösung zusammen, man kann alles von der Oberfläche steuern und überwachen, aber hier es gibt Grenzen bei der Programmierung der Thermostate.
Im Schritt 2 habe ich versucht, viele verschiedene Protokolle und Geräte einzubinden und so einen Überblick über Lösungsmöglichkeiten, Kosten/Nutzen und Handhabung zu bekommen.
Im Einzelnen habe ich dazu HomeAssist noch mit einen Sonoff Zigbee Dongle+ ausgestattet und die Fritzbox in HomeAssist aufgenommen und dann mit den folgenden Geräten getestet:
- Homematic Wandthermostat via DebMatic
- AVM 302 Heizkörperthemostat via DECT
- HAM Nedis Heizkörperthermostat via Zigbee
- Eurotronic 700227 vis Ziabee
Bei den Zigbee-Geräten habe bewusst die billigsten gewählt, um einen Vergleich zu den teureren von ACM und HomeMatic ziehen zu können.
Mein Fazit: Alle arbeiten zuverlässig und sind über Automationen in HomeAssist gut zu steuern. Die Parametrisierungsmöglichkeiten der Zigbee-Geräte erfordern einen höheren Aufwand. Sie müssen durch HomeAssist-Funktionen abgebildet werden. Bei den AVM-Geräten unterstützt die Fritzbox die Einrichtung gut, es ist sinnvoll, die Grundeinstellungen dort vorzunehmen und HomeAssist für die Feinsteuerung und spontane Änderungen zu nutzen.
Alle Geräte liefern den Batteriestatus an HomeAssist ab und sind so gut zu überwachen, das Problem der alten ELV-Geräte ist damit Geschichte.
Schritt Nummer 3: Erweiterung des Tests um Geräte, die nicht mit der Heizungssteuerung im Zusammenhang stehen. In Einzelnen sind das:
- Leuchtmittel von Ikea
- Schaltsteckdosen von Ikea
- Schaltsteckdosen von Lidl
- Überwachung von Servern
- Überwachung des Tunnels in weitere Standorte
- Überwachung des QNAP-NAS: Verfügbarkeit, Plattenauslastung
Schritt 4:
Einbindung des dreißig Jahre alten Bosch-Garagentorantriebs in HomeAssist, um die Funkfernbedienungen, die inzwischen nicht mehr zuverlässig arbeiten, durch die Integration in das Dashboard vom Smartphone aus bedienbar zu machen.

Mit Hilfe eines ESP8266-Mikrokontrollers, einen Relaismodul von AZ-Delivery, einem SNZB-04 Türsensor zur Abfrage des Status des Garagentors und einem kanibalisierten alten Telefon-Netzteils ließ sich die Lösung leicht realisieren und mit geringen Kosten realisieren. Der Komfortgewinn ist enorm.
Nach Auswertung aller Test ist nun die Heizung komplett über Home Assistent steuerbar und weitgehend automatisiert, viele Lampen sind umgebaut oder über intelligente Steckdosen steuerbar, die IT-Infrastruktur in die Überwachung eingebunden und weitere Projekte in der Planung. Neben Homematic ünterstützt die Lösung auch Zigbee, Homematic und Shelly. Aktuell teste ich verschiedene Shelly-Module.



